Anpassen?

Veröffentlicht auf von yggdrasil

Warum passe ich mich an? Passe ich mich an? MUSS ich mich anpassen?

 

Das sind Fragen, die mich schon seit Längerem beschäftigen.

Eine Freundin von mir bekommt sehr bald ihr erstes Kind.

Ich habe angefangen, mir über mich Gedanken zu machen - was, wenn ich ein Kind bekäme?

Wie weit nimmt die Umwelt, deine Freunde und Bekannte, fremde Menschen, dein Partner und vor Allem die Familie auf dich Einfluss bei der Erziehung, bei Dingen, die dich und das Kind betreffen?

Ich habe nunmal in einigen Dingen andere Ansichten als andere. So möchte ich meinem (irgendwann vielleicht mal vorhandenem) Kind den bestmöglichsten Start  ins Leben bieten.

Dazu gehören Lebensmittel ohne Giftstoffe (die Lebensmittelindustrie macht mir im Moment wirklich Angst), das Kind, Kind sein lassen ("Das tut man nicht!" "Warum?" "Weil das immer schon so war!"), auch religiöse Freiheit (Es soll irgendwann selbst entscheiden, ob es sich taufen lassen möchte) und und und...

Ich komme aus einer Familie, die man wohl als "klassische Arbeiterfamilie" bezeichnen würde. Mein Freund kommt aus einer sehr konservativen Familie. Auch mein Freund ist in einigen Dingen SEHR konservativ. - Ich vergleiche uns ab und zu mit einer Comedy-Serie namens "Dharma und Greg". Sie ist eine freigeistige Hippie-Tochter, er ein Yuppie. 

Bereits jetzt nehmen beide Familien großen Einfluss auf uns - oder versuchen es zumindest. Ich kann "Stopp" sagen, Grenzen setzen. Kann ein Kind das? Könnte ich ein Kind vor so etwas beschützen?

Ich bin ehrlich: Ich glaube nicht. Kein Mensch wird allein durch seine Erfahrungen geprägt (Tabula rasa), ein Stück weit Genetik ist da mit Sicherheit auch im Spiel. Aber gerade als Babies und Kinder lernen wir und lernen und lernen und lernen. Und das tun sie erstmal recht "ungefiltert".

 

Auch in anderen Bereichen greift die Evolution: Man wird angepasst - oder man fliegt raus. So zu sehen im Arbeitsleben. In einem Unternehmen werden bestimmte Regeln aufgestellt. Einige sind sicherlich sinnvoll, andere gehören ebenfalls in die Kategorie "das war halt schon immer so". Hält man sich nicht an die Regeln - wird man gegangen. Also wird man angepasst. Oder passt man sich aktiv an?

Dazu gibt es übrigens einen interessanten Artikel im aktuellen Stern. Hier berichten hochqualifizierte Frauen, dass sie aus Führungspositionen ausschieden, weil sie keine Lust auf die Machtspielchen der Männer hatten. - Auch wenn dadurch die folgenden Generationen wieder von vorn beginnen müssen, ich kann die Frauen verstehen. Jeden Tag der gleiche Kampf, jeden Tag der gleiche Schw***vergleich. Andererseits wissen wir doch, dass es auch anders geht. Mehr miteinander, statt gegeneinander. Mehr Sein als Schein. Nur wenn die, die es ändern könnten lieber gehen als ändern, ändert sich nie etwas. Nur: Ich könnte das auch nicht. Ich habe zwei Jahre hinter mir, in denen ich nur gekämpft habe. Das hat mich persönlich fertig gemacht. Geistig und körperlich. Nie wieder möchte ich das. Auch wenn es schlecht ist für "die Frauen".

 

 Also wie weit muss man sich anpassen? Wie weit kann man sich anpassen, ohne sich selbst zu verleugnen?

Veröffentlicht in Mein Leben und ich

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